АНИМЭЙТ v.3.7

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Werte Freunde und Freundinnen der mykenischen Kultur! Mein Name ist Heinrich Schliemann.

Ich bin der weltweit beste Kenner Homers und der bedeutendste Archäologe aller Zeiten. Mein fester Glauben an die antiken Autoren führte mich nicht nur nach Troja, sondern in den 1870er Jahren auch zum Burgberg von Mykene. Dort machte ich spektakuläre Entdeckungen, die den Ruhm des goldreichen Mykenes in die Welt trugen!

Begleiten Sie mich nun auf meinem Weg durch fast 150 Jahre mykenische Archäologie!



Die Entdeckung der mykenischen Welt

In Mykene gibt es insgesamt zwei Grabkreise – den von Schliemann gefundenen Grabkreis A sowie den 1951 freigelegten Grabkreis B. In insgesamt über 30 Schachtgräbern wurden dort kontinuierlich Mitglieder der herrschenden Elite der Stadt beigesetzt: von der mittleren bis in die späte Bronzezeit (17.–15. Jahrhundert v. Chr.). Der sagenhafte Agamemnon lag hier allerdings sicherlich nicht begraben. Denn selbst wenn die homer’sche Geschichte des Herrschers von Mykene einen wahren Kern beinhaltet, so spielte diese rund 300 Jahre nach der Zeit, in der die Schachtgräber genutzt wurden.

Grabkreis A in Mykene während der Ausgrabungen
 von Heinrich Schliemann 1876

Kantharos aus Schachtgrab IV in Mykene, 16.–15. Jh. v. Chr.

Vaphio-Becher aus Schachtgrab III in Mykene, 16.–15. Jh. v. Chr.

„Maske des Agamemnon“, Galvanoplastische Kopie der Goldmaske P 624 aus Schachtgrab V in Mykene

Das Grab des Greifenkriegers

Diese Hoffnung erfüllte sich 2015 für die Archäologen Sharon Stocker und Jack Davis in der Nähe des Palastes von Pylos. Sie entdeckten ein ungestörtes Schachtgrab mit der Bestattung eines Kriegers der mykenischen Frühzeit (zwischen 1475 und 1450 v. Chr.). Der Krieger war 30-35 Jahre alt und mit einer Größe von 1,70 m durchaus stattlich. Wertvolle Gefäße aus Gold, Silber und Bronze, Waffen und Rüstungsteile, ein bronzenes Zepter, etwa 50 Siegelsteine und vier Goldringe begleiteten den Krieger auf seiner Reise ins Jenseits. Kämme und Spiegel sowie hunderte Perlen stellten sein tadelloses Aussehen auch im Totenreich sicher. Eine Elfenbeinplakette mit der Darstellung eines Greifen gab dem Fundort seinen Namen: Grab des Greifenkriegers.

„Combat Agate“ aus dem Grab des Greifenkriegers bei Pylos, 14. Jh. v. Chr.

Goldene Siegelringe aus dem Grab des Greifenkriegers bei Pylos, 14. Jh. v. Chr.

Die Schrift – in Mykene doch bekannt!

Die ersten in Linearschrift beschriebenen Tafeln kamen erst nach Schliemanns Tod, Anfang des 20. Jahrhunderts, ans Licht. Lange Zeit glaubten die Wissenschaftler, dass in der mykenischen Linear B-Schrift eine nicht-indoeuropäische Sprache, nämlich die der Minoer, festgehalten sei. Erst der britische Architekt Michael Ventris und der Linguist John Chadwick korrigierten diese Fehleinschätzung. Ausgehend von der Hypothese, dass es sich um eine Frühform des Griechischen handelte, gelang ihnen 1952 die Entzifferung der etwa 90 Silben- und 160 Wortzeichen.

Auf den Tontäfelchen hielten die Schreiber allerdings weniger Literarisches oder Historisches fest, sondern vor allem administrative Vorgänge: Warenbewegungen, Landzuteilungen sowie die Organisation von Palastpersonal. Die ungebrannten Tontafeln überstanden die Jahrtausende in der Regel nicht, sodass wir heute nur eine sehr kleine Anzahl von Tontafeln kennen – nämlich diejenigen, die „per Zufall“ während eines Feuers gebrannt und so konserviert wurden.

 

Tontafel mit Linear B-Zeichen aus dem Palast des Nestor, spätes 13./frühes 12. Jh. v. Chr.

Herrschaftliche Pracht

Im mykenischen Palast bildete das Megaron mit dem Thronraum das Machtzentrum. Hier herrschte der wanax und kam politischen wie religiösen Aufgaben nach.

Das steingraue Bild, das sich heutigen Besuchern mykenischer Ruinen bietet, ist irreführend: Das Megaron war reich verziert mit Wand- und Bodenmalereien, den Thron rahmten Paare von Greifen und Löwen ein, den Boden schmückten Wassertiere. In den Motiven zeigt sich die Macht des wanax über wilde und mythische Wesen – und damit seine enge Verbindung zu den Göttern.

 

Nachbau eines mykenischen Thronsaals im Badischen Landesmuseum. Badisches Landesmuseum/Uli Deck

Ein mykenischer Exportschlager

Solche Bügelkannen wurden an vielen spätbronzezeitlichen Stätten im gesamten östlichen Mittelmeerraum gefunden. Sie beweisen die weitverzweigten Handelskontakte der mykenischen Palastzentren. Denn in den Bügelkannen wurde wohlriechendes Öl gehandelt, einer der Exportschlager der mykenischen Händler. Im Gegenzug erwarben sie Rohstoffe wie Glas, Edelhölzer, Elfenbein, Kupfer oder Zinn.

Über den östlichen Mittelmeerraum hinaus suchte man auch Kontakt mit dem Westen und dem Norden. So kamen mykenische Objekte über Zwischenstationen bis nach Sardinien, Südengland oder Norddeutschland. Bernstein aus dem Baltikum verwendeten die mykenischen Kunsthandwerker gerne für Schmuckstücke!

Bügelkannen aus Mykene, 1400–1250 v. Chr.

Das Ende der mykenischen Welt?

Im Laufe des 12. Jahrhunderts v. Chr. durchlebte der gesamte östliche Mittelmeerraum eine Phase der Zerstörung. Die mykenischen Städte und Paläste gingen unter. Der Großteil der Orte blieb verlassen und wurde nicht wieder aufgebaut.

Eine schlüssige Erklärung dafür steht noch aus. Zur Debatte stehen Naturkatastrophen wie Erdbeben und Klimaveränderungen, aber auch interne Konflikte und Rebellionen sowie Angriffe von außen, etwa durch die sogenannten "Seevölker". Keine dieser Theorien liefert aber bislang eine zufriedenstellende Erklärung.

Trotzdem bedeuteten diese Zerstörungen nicht das Ende der mykenischen Kultur. Schon bald danach blühte das Handwerk wieder auf. Qualitativ hochwertige Keramikgefäße und Metallarbeiten, die sich an Vorbildern aus dem Adria-Raum orientierten, charakterisieren diese Phase.

Detail der Kyklopenmauer von Tiryns

Gedanken unterm Olivenbaum

Sie sind nun mit Schliemann durch sein geliebtes Griechenland, das Land seiner sagenhaften Helden gegangen. Was haben Sie dabei erlebt? Standen Ihnen die alten Zeiten lebendig vor Augen? Und was verbinden Sie mit Griechenland heute? Einen Ouzo in einer Taverne unter Olivenbäumen? Baden im türkisblauen Meer? Deftig-mediterranes Essen? Oder meditatives Wandern durch faszinierende Berglandschaften? Erzählen Sie uns davon!

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„Maske des Agamemnon“, Galvanoplastische Kopie der Goldmaske P 624 aus Schachtgrab V in Mykene

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